Wandern

Wanderwege rund um Pommern

Wandern an der Mosel hat einen hohen Erlebniswert. Viele verschiedene Themen- und Kulturwege sind entlang der Mosel-Erlebnis-Route miteinander verbunden und dokumentieren lokale Besonderheiten. Ob alpines Klettern auf Europas steilsten Weinbergen oder auf den Spuren der Römer: Insgesamt 40 Themenwege stehen zur Wahl. In unmittelbarer Nähe des Martbergs finden sie mehrere sehr schöne Wanderrouten, die die ganze Schönheit der Flusslandschaft Mosel verkörpern.

 

Pommerbachtal
Lenus-Mars-Weg
Buchsbaumwanderpfad
Dortebachtal

Das Pommerbachtal

Römisches Erbe zwischen Eifel und Mosel

Auf den Spuren der Kelten, Römer und Moselfranken im unmittelbaren Umfeld der Hauptstadt des römischen Imperiums „augusta treverorum“ entdecken Besucher antike Kultur- und Bodendenkmäler im Verlauf des Pommerbachtales zwischen
Kaisersesch und Pommern an der Mosel.

Wegbeschreibung:

Der Pommerbach entspringt in Kaisersesch und nimmt seinen Lauf in Richtung Mosel in die er schließlich in dem namengebenden Ort Pommern mündet. Jahrhunderte lang war das Pommerbachtal Handelsroute für landwirtschaftliche Produkte die zwischen der fruchtbaren Vordereifel und dem Moselraum gehandelt wurden. Zahlreiche Mühlen zeugen heute vom einstigen Reichtum der Region. Schon in keltischer Zeit wurde auf dem Martberg in Pommern ein keltischer Zentralort errichtet, der die nördliche Hauptstadt der Treverer darstellte. Über 500 Jahre war der Martberg geistig-kultureller Mittelpunkt der Region.

Auf halber Strecke zwischen Kaisersesch und Pommern findet man die Klosterruine Rosenthal. Das ehemalige Zisterzienserkloster fiel der Säkularisation zum Opfer. Die Klosterruine ist heute noch Ort stiller Einkehr und verbreitet eine einzigartig nostalgische Atmosphäre. In den Grundmauern der Klosterruine sind Steine aus der römischen Epoche verbaut.

Der Römerturm in Kaisersesch steht für die römische Lebenskultur die mit der Eroberung Galliens durch die Römer in unsere Region gebracht wurde und soll als Wachturm die bedeutende Fernstraße zwischen Trier und dem Neuwieder Becken, die durch Kaisersesch lief, sichern.

Entlang des Pommerbachtales existierten mehrere römische Höhensiedlungen, die schon in der Eisenzeit als Zufluchtsorte für die Landbevölkerung dienten. Viele römische Gutshöfe (villa rustica) begleiten auf den Höhenzügen das Pommerbachtal. Gallorömische Grabgärten und Tempelanlagen liegen auf der Strecke zwischen Kaisersesch und Pommern.

Der moselnahe Siedlungsraum war in der Antike ein dicht besiedelter Kulturraum, der eine Vielzahl an Kultur- und Bodendenkmälern aus dieser Epoche vorhält. Die Besiedlungsgeschichte und die bedeutende Siedlungskontinuität in einem vom milden Klima geprägten Gunstraum haben seit der Steinzeit Menschen hier hergeführt.

Naturausstattung:

Die Naturausstattung des Pommerbachtales ist landschaftstypisch für die Moselseitentäler im Kreis Cochem-Zell. Die scheue Wildkatze, der Schwarzspecht, der Uhu und die Smaragdeidechse sind nur eine kleine Aufzählung von seltenen Tierarten, die das Pommerbachtal als Lebensraum durchstreifen. Viele Insekten und Schmetterlinge wie der seltene Schillerfalter sind hier zu beobachten. Von der Fetthenne der Nährpflanze des Apollofalters bis hin zum Hirschzungenfarn findet der naturinteressierte Besucher seltene Pflanzen, die auf trockenen und nassen Extremstandorten wachsen.

Die historisch bedingte niederwaldartige Bewirtschaftung der Talhänge verhalf der Natur zu einer großen Artenvielfalt. Die besondere Naturausstattung verhalf dem Pommerbachtal zur Ausweisung als FFH- und Vogelschutzgebiet im Rahmen von Natura 2000.

Streckenlänge:

17,5 km von der Quelle bis zur Mündung

Einkehrmöglichkeiten:

Kaisersesch: zahlreiche gastronomische Unternehmen
Auf der Strecke: Villa Margaretha (auf Kilometer 6 ab Kaisersesch)
Pommern: Gaststätten und Straußwirtschaften

Der Lenus-Mars-Weg

Der Martberg ist per pedes aus Pommern und Treis-Karden zu erwandern. Dem Besucher erschließt sich die Mosel als Flusslandschaft in ihrer ganzen Schönheit und Eleganz. An zahlreichen Punkten bieten Bänke Rastmöglichkeit und der Panoramablick auf das Moseltal ist beeindruckend.

Der Wanderweg bereitet die Besucher auf die gallo-römische Tempelanlage vor. Infotafeln geben Einblick in das Leben von Kelten und Römern. Lebensgroße Holzskulpturen verkörpern die Epochen die für den Martberg und die Geschichte der gesamten Moselregion von Bedeutung sind. Ein Kelte mit Schild steht für die vorrömische Epoche in der der Martberg als Bergfestung ausgebaut wurde. Eine feine Römerin für die Blütezeit in der die Moselregion römische Provinz war. Für die Christianisierung zeichnet der hl. Castor der in typischer Mönchskutte den Beginn des Mittelalters und das Ende der Antike einläutet.

Die Strecke ist gut ausgeschildert und gut zu begehen. Wenn man dem Wander-Logo mit dem aufgemalten Tempel folgt, kommt man automatisch an die Tempelanlage auf dem Martberg und weiter nach Pommern oder Karden, je nachdem von wo aus man startet. Durch seine steilen Passagen ist der Lenus-Mars-Weg für Kinderwagen ungeeignet und erfordert eine gewisse Trittsicherheit. Es besteht aber keine Absturzgefahr und normales Schuhwerk ist ausreichend. Die Streckenlänge beträgt 5 Kilometer. Der Höhenunterschied von der Mosel zum Martberg etwa 150 Meter.

Der Buchsbaumwanderweg

An der Mosel befindet sich das nördlichste Vorkommen von wilden Buchsbaumbeständen in Europa. Auf etwa 300ha verteilen sich entlang des Buchsbaum-Wanderweges die teilweise mehrere Meter hohen Pflanzen, die ansonsten im Mittelmeerraum beheimatet sind. Zu Palmsonntag werden in katholischen Gegenden aus Buchsbaumzweigen gebundene Palm-Zweige gesegnet, die die Gläubigen unter den besonderen Schutz Gottes stellen sollen. An der Mosel wird typischerweise der wilde Buchsbaum als Palmzweig verwendet. Die Moselaner nennen den Buchsbaum deshalb umgangssprachlich auch „Palme“.

Wegebeschreibung:

Die Strecke kann sowohl von Karden als auch von Müden als Start- oder Zielort bewandert werden. Die Gesamtlänge beträgt 4,5 Kilometer und führt vom Moseltal hinauf auf die Eifelhöhe und wieder hinab ins Tal. Der Aufstieg beginnt in Karden in der Nähe der Gärtnerei Zimmermann am Hangfuß und ist beschildert. Über weinbaulich genutzte Felspartien gewinnt man schnell an Höhe und dringt bald in die ersten Buchsbaumbestände oberhalb der Ortslage ein. Die installierten Ruhebänke laden zum Verweilen ein und geben Zeit den Blick in das einzigartige Tal der Terrassenmosel zu genießen.

Am Kompesköppchen erläutert eine Thementafel das Wirken des heiligen Castor, der im 4. Jahrhundert in Karden das Christentum verbreitete. Der Blick des Besucher fällt von hier auf die Stiftskirche in Karden, den Martberg und das auf der anderen Moselseite liegende Treis, mit seinen landschaftsprägenden Erhebungen Zillesberg und Mönchelskopf, das durch seine besondere Geländeausformung von Besuchern auch das Siebengebirge der Mosel genannt wird.

Die Castorhöhle kann von hier aus über einen Stichweg besucht werden. Allerdings verlässt man dabei die eigentliche Hauptwanderstrecke und nimmt einen Abstieg über etliche Höhenmeter in Kauf, die dann später wieder erklommen werden müssen.

Vom Kompesköppchen aus wird man an der Hangkante entlang über das Bergplateau geführt um schließlich ins Krailstal abzusteigen. Hier taucht man dann endgültig in wahre Buchsbaumwälder ein. Immerwährendes Vogelgezwitscher weist auf eine hohe Artenvielfalt hin. In den steilen Hängen des Krailstals wächst wilder Wacholder als Relikt aus einer Zeit, in der die Ziegen- und Schafbeweidung dieser Steilhänge noch üblich war und der Wacholder dem Verbiss der Tiere widerstand. Der Rotmilan zieht seine Kreise und lässt sich von den warmen Aufwinden und der im Moseltal vorhandenen Thermik tragen. Fasst ohne Flügelschlag schweben die Vögel minutenlang über den Hängen. Der Abstieg führt durch alpines Gelände und viele Stufen hinab ins Tal, vorbei an den Gesteinshalden, die vom ehemaligen Erzabbau zeugen. Mit etwas Glück beobachtet man den Apollofalter, da seine Wirtspflanze, die weiße Fetthenne, hier sehr häufig vorkommt. Auch die seltene Smaragdeidechse und die Zippammer kreuzen hier den Weg der Wanderer.

Der Buchsbaum wächst in Teilen so üppig, dass ganze Buchsbaumwände entstehen, die wie botanische Architektur auf den Betrachter wirken. Zum Ausklang wandert man gemütlich durch die Müdener Wingerte. Der Weg endet (oder startet) am frühfränkischen Gräberfeld oberhalb der Ortslage, gut zu finden wenn man der Beschilderung über das Weingut Sonneck folgt

Streckenlänge:

5 Kilometer

Schwierigkeit:

mittlere Ansprüche aber von Kindern zu bewältigen (nicht für Kinderwagen geeignet)

Karden und Müden sind jeweils im Stundentakt durch die Bahn (DB) miteinander verbunden, so dass man die beschriebene Tour auch individuell variieren kann.

Naturschutzgebiet Dortebachtal

Das Dortebachtal, ein kleines Seitental der Mosel, finden Sie ca. einen Kilometer moselabwärts von Klotten. Ein herrlich geschnitztes Hinweisschild zeigt Ihnen den Weg links unter der Eisenbahn hindurch. Dieses sehenswerte Tal kann  von der Bundesstrasse 49 über den Wasserfall und den Aufstieg zum Annischer Hof zurück über den herrlichen Aussichtspunkt „Kasteschkopp“ begangen werden.

Herzlich Willkommen im Naturschutzgebiet Dortebachtal

Das Dortebachtal ist ein einzigartiges, alpin anmutendes Moselseitental von besonderer Schönheit nahe der Gemeinde Klotten. Nach der letzten Eiszeit entstand hier  ein besonderes Kleinklima, das sogar seltenen Pflanzen und Tieren aus den Mittelmeerländern, vom Schwarzen Meer sowie dem Atlantischen Ozean und den Alpen einen Lebensraum bietet und somit zum idealen Ausflugsziel für Natur- und Pflanzenliebhaber wird.

Exotische Bewohner  sind z.B.  der weiße Diptam, der sich bei hohen Temperaturen selbst entzündet, der aus den Alpen stammende Apollofalter, sowie die vom Aussterben bedrohte Smaragdeidechse.

Die Mosel fließt zwischen Klotten  und Treis-Karden ohne Mäander. Auf dem ganzen Flussverlauf von den Vogesen bis Koblenz ist es das längste gerade Teilstück der Mosel. Die Aussichtspunkte mit Moselpanorama sind besonders eindrucksvoll. Die Moselorte Klotten, Treis-Karden, Pommern und Cochem sind  vom Aussichtspunkt „Kasteschkopp“ sichtbar.

Wandervorschlag:

Folgen sie der Beschilderung und dem Logo mit der Eidechse. Sie führt sie vom Wanderparkplatz an der Mosel (B49) nach 700 Metern zu einem Wasserfall, der im Sommer eine willkommene Abkühlung bietet und im Winter zu einer imposanten Eiswand anwächst. Über Serpentinen gelangen sie zum Bergplateau in den „Klottener Neuewald“ und weiter durch die Feldflur zum „Annischerhof“. Von dort aus werden sie über Streuobstwiesen zum Aussichtspunkt „Kasteschkopp“ geführt, wo sie ein Panoramablick über die Moselterrassen erwartet. Vom „Kasteschkopp“ führen wiederum Serpentinen  bis zur Talsohle und dem  Ausgangspunkt am Wanderparkplatz.

Streckenlänge:

5 km  Höhendifferenz: 240 m

Weitere Infos auf der Webseite der Gemeinde Klotten: Dortebachtal